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Grafik: GEP
 

Diese Worte werden in der Regel bei einer kirchlichen Beerdigung gesprochen. Ich zitiere diese Worte dann, wenn ich mit der Schaufel die erste Erde in das offene Grab werfe, in das der Sarg oder die Urne versenkt wurde. Diese Worte drücken gerade am offenen Grab die Hoffnung des Glaubens aus, dass Gott in seiner Schöpfermacht den Verstorbenen zu neuem Leben erwecken wird. Wie dieses neue Leben nach dem Tod aussehen wird, wird auch von Paulus nicht näher beschrieben. Wir können es uns ohnehin nicht vorstellen.

Paulus verwendet ein Bild aus der Natur. Ein Bild, das wir gut nachvollziehen können. Das Bild von der Saat. Gesät wird das Korn. Es wächst ein Halm. Der Landwirt, der diese Körner in die Erde wirft, ist Gott. Das Korn in diesem Bild ist der Mensch. Es ist wohl so, dass erst etwas sterben muss, damit etwas Neues entstehen kann. Der Samen verschwindet in der Erde als ob er begraben wird. Aus dem ausgesäten Samen kommt neues Leben, ein neuer Keim, eine Pflanze.

So ähnlich geht es mit der Auferstehung. Auch unser Leib wird begraben und verwest, und doch wird Gott einmal einen neuen Leib ins Leben rufen. Wie am Schöpfungstag, wie am Anfang aller Zeit wird Gott das Wort sprechen: „Es werde…“. So war es ja auch am Ostermorgen im Blick auf den Gekreuzigten und das Grab. Jesus ist nicht reanimiert worden. Vielmehr ist er seinen Jüngern „in anderer Gestalt“ als vorher erschienen, so dass sie ihn kaum wiedererkannten. „Mit einer anderen Gestalt“ – so wird es sein und so werden wir einander begegnen.

Korn und Halm. Das ist ein Bild. Kein Beweis. Aber es hält die Ahnung in uns wach: Wo etwas stirbt, kann etwas Neues entstehen. Wahrheiten entdecken wir oft in Bildern. Sie drücken mehr aus als unsere klugen und komplizierten Gedankengänge.

Ein anderes Bild, das uns helfen kann zu verstehen, ist das Bild der Raupe, aus der ein schöner bunter Schmetterling wird. Raupen sind, finde ich, keine besonders schönen Tiere. Aber was werden für wunderschöne und feine Wesen aus ihnen, wenn sie sich verwandelt haben.

Die Auferstehung der Toten ist nichts anderes als ihre Neuschöpfung nach dem Tod. Und so wie Gott, der Schöpfer, aus jedem Samenkorn in der Erde eine unverwechselbare Pflanze emporwachsen lässt, so schenkt Gott bei der Auferstehung der Toten wieder eine unverwechselbare Identität. Das dürfen wir im Glauben festhalten – für unsere Verstorbenen und für uns selbst.

 

Matthias Ekelmann

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